
Zwei Kuchler-Patzer bescherten Grünau Meisterschale - Ti Hoang hört aber auf.
Der Fussball-Gott ist doch gerecht! Anfang der Saison schlug Grünau Erzrivale Kuchl 3:0, verlor wegen eines Formfehlers die Punkte am grünen Tisch. Diesen liefen die Grün-Weißen das gesamte Spieljahr hinterher. Bis vergangene Woche: Da patzte Kuchl binnen vier Tagen zwei Mal, kamen die Schaupper-Boys wie die Jungfrau zum Titel. Doch der Jubel ist gebremst: Ti Hoang beendet die Karriere, Prötsch ist erneut schwer verletzt.
Das Wichtigste vorweg: Trotz des zweiten Kreuzbandrisses im rechten Knie binnen acht Monaten blickte Flügelflitzer Michi Prötsch nach der vorläufigen Entlassung aus dem UKH schon wieder nach vorne: "Ich weiß nicht, womit ich das verdient habe. Dafür weiß ich, dass ich mich wieder zurückkämpfen werde!"
Im Meistermatch gegen Strobl musste der 17-Jährige in Minute 60 runter, wartete im Rettungswagen trotz Schmerzen bis zum Schlusspfiff. Weil Kuchl nur 75 Stunden nach dem Mittwochs-2:2 in Berndorf in Bergheim (1:2) erneut patzte, standen die Grün-Weißen plötzlich als Champion fest. Da huschte selbst Pechvogel Prötsch nach Genesungswünschen des Teams noch ein klitzekleines Lächeln über die Lippen.
Der nächste Tiefschlag am Grünauer "Feiertag": "Primgeiger Ti Hoang (35) verkündete, nach 25 Jahren Fussball Schluss zu machen: "Trotz Salzburger Liga - mir fehlt die Motivation!"
Die Telefone laufen bei Sektionsleiter Angerer und Hansi Bauer daher heiß: "Wir stehen mit vielen Spielern in Kontakt, Ti Hoang muss unbedingt ersetzt werden. Auch auf anderen Positionen werden wir nachjustieren", weiß Angerer.
Frust bei geschlagenen Kuchlern sitzt extrem tief
Des einen Freud ist des anderen Leid: Noch vor einer Woche wähnten sich die Kuchler als Meister. Jetzt muss Coach Herbert Moser sogar um den Aufstieg in die Salzburger Liga zittern. Denn derzeit ist die Luft völlig aus dem Team gewichen, bahnt sich ein Play-off-Duell mit dem Landesliga-Süd-Zweiten Schwarzach an: "Wenn wir uns nicht schnell aufrappeln, sehe ich echt schwarz", sitzt der Frust auch bei Moser sehr tief.
Quelle: Kronen Zeitung / Foto: Andreas Tröster