Mittwoch, 17. April 2013

Wals-Grünau vor Wochen der Wahrheit

Michael Kalhammer
Mangelnde Erfolge kosteten Grünau-Coach Michael Kalhammer schon vor exakt zwei Jahren den Job in Grünau. Warum diesmal alles anders wird. 

Die Lage ist denkbar ungünstig beim Aufsteiger aus dem Flachgau. Der letzte Sieg datiert vom 25. Oktober (2:0 in St. Johann), das Team von Neo-Coach Michael Kalhammer liegt einen Punkt über dem Strich. Sollte der kommende Meister die Relegation verlieren, brauchen die Salzburger mindestens Rang zwölf, um die Klasse zu halten. Worauf derzeit drei Punkte fehlen. "Man muss eben unsere Lage sehen", erklärt der 34-Jährige Trainer. Die Umstellung auf Naturrasen, die dünne Personaldecke, die ungewohnte Lage im Keller - alles Gründe, die es den Grünauern nicht leichter machen. 

Ähnliche Umstände fand Kalhammer vor zwei Jahren vor, als er den frisch gebackenen Salzburger Liga-Aufsteiger trotz schwer wiegender Abgänge ins Mittelfeld der Liga führte. Nach einer Serie von sechs Partien ohne Sieg (vier Remis, zwei Niederlagen) musste der Coach vor fast auf den Tag genau zwei Jahren den Hut nehmen. Brennt also schon nach vier Partien der Ära Kalhammer zwei erneut der Hut? "Der Vergleich ist nicht gegeben. Beim Klub hat sich viel getan. Außerdem liegen zwischen der Salzburger und der Regionalliga eineinhalb bis zwei Klassen Unterschied", meint Kalhammer jetzt. Damals wie heute aber gleich: Es fehlen die Siege. "Stimmt. Es ist aber nicht so, als wären wir hoffnungslos unterlegen." Auch die Spieler wissen, worum es geht. Ex-Kapitän Matthias Poldlehner meinte zuletzt: "Der Abstiegskampf ist in unseren Köpfen angekommen. Wir wissen, was auf dem Spiel steht." Dann folgte die Niederlage gegen Dornbirn. Was derzeit fehlt, ist einfach ein Knipser. Die Gesichtsverletzung von Topscorer Ilija Ivic (elf Tore) bringt die Kollegen unter Zugzwang. "Da kann ich meinen Spielern aber keinen Vorwurf machen", sagt Kalhammer. Im Moment gehen die Bälle eben an die Kreuzlatte oder fünf Zentimeter vorbei. 

Lange hat der Aufsteiger aber nicht mehr Zeit, um Gründe für die ausbleibenden Erfolgserlebnisse zu finden. Nach dem Match gegen Austria Salzburg warten nämlich fast ausschließlich direkte Duelle auf Grünau. Die Wochen der Wahrheit bringen Spiele gegen Andelsbuch, den FC Pinzgau, dazwischen Anif und dann St. Johann. "Anfang bis Mitte Mai steht auf jeden Fall fest, wohin die Reise führt. Und die Klubs können dann auch schon grob planen", ist sich Kalhammer sicher. Nachsatz: "Ich bin überzeugt, dass wir die Klasse halten. Das wollen wir schon gegen die Austria zeigen." Und bleibt damit seiner Linie treu. "Denn wer nicht gewinnen will, kann sich gleich mit dem Gegner auf einen Kaffee treffen." 

Quelle: regionalliga.at / Foto: WSU13