Montag, 2. Mai 2011

"Höchststrafe" statt Trainereffekt

Hannes Kremsmair war in Puch nicht zu beneiden: Huber Triplepack mündete in Debakel für Grünau.

Die Euphorie des Aufstiegs ist verebbt, der graue Liga-Alltag hat Grünau eingeholt. Auf 29 Hinrundenzähler folgten nur drei aus den ersten sieben Spielen der Rückrunde. Zu wenig für die Klubführung. Statt seinen Vertrag zu verlängern, wurde Coach Michael Kalhammer kurzerhand abserviert. Seinen Nachfolger Hannes Kremsmair blieb der Trainereffekt indes verwehrt – mit dem 1:5 in Puch setzte es die höchste Saisonniederlage!

Die Watsch'n der Grünauer Klubführung hat der geschasste Trainer noch immer nicht ganz verdaut. Für konkrete neue Kontakte war die Zeit zu kurz, aber für Michi Kalhammer steht fest: Er will in einer Liga auf Augenhöhe im Sommer weiterarbeiten. Zwei Wochen noch dann hat er dafür auch die deutsche C-Lizenz in der Tasche.

Sein Interims-Nachfolger Hannes Kremsmairist nicht zu beneiden. Nur vier Tage nach dem Aufstieg vom Trainer der 1b zum Coach der "Ersten" erlebte er bei seinem Einstand gleich die bittersten Stunden seit seinem Kreuzbandriss in Neumarkt - Schlusspunkt hinter seiner aktiven Laufbahn.

Mit 1:5 setzte es in Puch die "Höchststrafe" für Grünau. Den Grundstein für die höchste Saisonniederlage legten die Walser nach der wunschgemäßen Führung durch Hamidovic selbst in der Abwehr: Stockinger zirkelte den Ball aus der Drehung durchs Gewimmel vor Stadlbauers Kasten, Huber nützte die Uneinigkeit des Innenverteidigerpaares Poldlehner und Schwaiger, sagte für ein unfreiwilliges Gäste Zuspiel mit dem 2:1 unmittelbar vor der Pause Danke.

Danach war von geordneten Defensive bei den Walsern nichts mehr zu sehen. So war's Huber auch ein Leichtes, nach Outeinwurf von Stockinger und nur eine Minute darauf nach einer 50 m Maßflanke von Prommegger allein aufs Tor zu ziehen und seinen Triplepack voll zu machen. Bei Pucher Chancen beinahe im Minutentakt verhinderte nur Stadlbauer ein zweistelliges Grünauer K.o.

Dennoch sah Kremsmair nach dem Schlusspfiff nicht nur schwarz: "Einsatz und Kampfwille waren da, darauf kann man aufbauen."

Bereits die nächste Runde bringt für den 36-Jährigen ein brisantes Dèjà-vu: Samstag kommt Tabellennachbar SAK. In Nonntal hatte er die Fussballkarriere gestartet.

Quelle: Kronen Zeitung